Eine Schule für die Kinder der Armen
in Guatemala

„Mein Vater war krank und meine Mutter arbeitete hart, um die Familie durchzubringen. In der Zeit musste ich auf meine Geschwister aufpassen. Abends habe ich Dinge auf der Straße verkauft, die wir aus dem Müll gesammelt hatten.“ Wenn Wendy Ventura über ihre Kindheit erzählt, erkennt man, wie sehr die Not ihr Leben von Anfang an bestimmt hat. So wie das Leben vieler, die als Angehörige der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas noch immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Jedes dritte Kind in Guatemala geht nicht zur Schule, weil es arbeiten muss, damit die Familie überleben kann. Fotos: Pohl/Adveniat

In Guatemala, einem der ärmsten Länder Lateinamerikas, sind viele Familien darauf angewiesen, dass selbst die Kleinsten mitarbeiten. Jedes dritte Kind geht darum nicht zur Schule. Die Folge: Ohne Bildung bleiben die Kinder arm und gehen erneut den Weg ihrer Eltern in der Armut.

Besonders die Nachfahren der Maya-Völker leiden unter diesem Teufelskreis aus existenzieller Not und fehlenden Bildungschancen. Am Rand der Kleinstadt Cobán, etwa 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt im Hochland von Alta Verapaz, leben viele indigene Familien deshalb auf einer Müllkippe. Mit dem Sammeln von Wertstoffen aus den Abfällen halten sie sich notdürftig über Wasser.

„Als ich sah, in welchem Elend die Menschen auf der Müllkippe leben, war ich entsetzt und musste etwas tun.“

Padre Sergio Godoy, Priester in Cobán

Für die armen Kinder in Cobán.

Cobán ist die Heimat von Padre Sergio Godoy. Als er nach seiner Priesterausbildung dorthin zurück kehrte und das Elend der Müllsammler-Familien sah, war er entsetzt. Der junge Priester erkannte: Hier musste er Nächstenliebe und Barmherzigkeit in Taten sprechen lassen. „Also habe ich einen Fußball und einen Suppentopf genommen und bin auf die Müllkippe gegangen. Ich habe mit den Kindern Fußball gespielt und danach haben wir zusammen gegessen.“

Um den Mädchen und Jungen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, gründete Padre Godoy 2003 eine Schule. Stück für Stück entstand ein ganzheitliches Bildungszentrum – vom Kindergarten bis zur Berufsvorbereitung. Damit hat der engagierte Priester einen Ort geschaffen, an dem Kinder und Jugendliche lernen und reifen können. „Wir wollen“, so erklärt er, „zu einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft im Sinne Gottes beitragen.“

Absolventen schenken Hoffnung

„Ich habe es geliebt, in die Schule zu gehen", erzählt Wendy Ventura. "Dort habe ich eine neue Zukunft bekommen. Ich danke allen, die unsere Schule unterstützen, denn ich bin sicher, dass Bildung der einzige Schlüssel zu einem besseren Leben in einer friedlichen Gesellschaft ist“, sagt die ehemalige Schülerin der Schule am Stadtrand von Cobán. Sie hat ihren Schulabschluss geschafft und konnte inzwischen auch ihre Ausbildung zur Restaurant-Fachfrau erfolgreich abschließen. Damit ist sie eine der ersten, die durch die Initiative von Padre Godoy den Weg aus der Armut gemeistert haben.

Adveniat fördert in ganz Lateinamerika Einrichtungen und Maßnahmen für Bildung und Ausbildung. Denn wir sind überzeugt: Bildung öffnet nachhaltig den Weg aus der Armut. Jeder Euro, den Sie spenden, leistet dazu einen unersetzlich wertvollen Beitrag.

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