Guatemala: Neue Wege aus Armut und Mangelernährung

„Alle 40 Minuten stirbt in Guatemala ein Kind an vermeidbaren Ursachen“, weiß Carolina de Magalhães. Und sie kennt die Gründe dafür: Die armen Familien haben Probleme, sich selbst zu versorgen. Besonders im Süden des Landes, wo das ehemals fruchtbare Land durch industrielle Landwirtschaft ausgelaugt wurde und kaum noch Erträge bringt. Die Folge: Viele Kinder sind mangelernährt, selbst harmlose Infekte gefährden ihr Leben.

Weil in den Familien ständiger Mangel herrscht, sind viele Siebenjährige gerade so groß wie ein normal genährtes, vierjähriges Kind. Diesen Rückstand, der die körperliche und geistige Entwicklung hemmt, holen die Kinder ihr Leben lang nicht mehr auf. 

Zusammen mit mehr als 300 Ehrenamtlichen, setzt sich Carolina de Magalhães, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin der Gesundheitspastoral in der Diözese Suchitepequéz-Retalhuleu, für die Verbesserung der Lebensgrundlagen in den armen Familien ein.

Drei Bereiche stehen dabei im Fokus: Die Ernährung der Kinder verbessern. Den Kranken kostenlose medizinische Hilfe schenken. Die Erträge auf den Feldern der Kleinbauern und Landarbeiter-Familien nachhaltig verbessern. 

Gesundheit ganzheitlich verstehen: Für die Menschen und die Natur.

Damit der Mensch – ob groß oder klein – leben und gesund bleiben kann, braucht er eine intakte Umwelt. Davon sind die engagierten Christen von Retalhuleu überzeugt. Denn nur, wenn die vom Raubbau verletzte Natur geheilt werden kann, wird sie die Familien der Kleinbauern wieder ernähren können.

Angeleitet von „Chepe“, dem Agrarexperten der Diözese, treffen sich die Kleinbauern deshalb regelmäßig, um mit vereinten Kräften aus Wurzeln und Blättern, Zuckerrohr, Melasse, Milch, Bananenblüte und Kuhdung einen natürlichen Dünger herzustellen. Dieser verleiht der ausgelaugten Erde neues Leben und Energie. Mit Chili, Knoblauch und Zwiebeln schützen sie außerdem ihre Pflanzen vor Insekten. Das kostet fast nichts, ist aber effektiv.

„Ich freue mich über jeden kleinen Baum, den wir pflanzen. Hier wächst Zukunft.“

„Es ist ein gutes Gefühl, die Sachen zu essen, die wir auf diese Weise anpflanzen“, versichert Manuel Pos, einer von 14 Kleinbauern in der Initiative, „weil wir wissen, dass sie gut für uns und unsere Kinder ist. Ich spüre, wie die Erde ihre Energie zurückbekommt. Das macht mich sehr froh.“

„Wir sind nicht die Herren der Schöpfung. 
Wir dürfen sie nur nutzen und haben den Auftrag, 
sie in gutem Zustand weiter zu geben.“ 

José „Chepe“ Perez, Agrarexperte

Ein Mann namens Trastito Tun Cun geht noch weiter: Unterstützt von der Diözese pflanzt der alte Mann seit vier Jahren Bäume, um den Urwald zu beleben, die Böden vor Erosion zu bewahren und die Gewässer zu schützen. Er sagt: „Ich freue mich über jeden kleinen Baum, den wir pflanzen, und ich weiß, dass Gott sich mit mir freut. Hier wächst Zukunft.“

 

 

Ihre Spende hilft:

Projekte wie die Gesundheitspastoral im Süden Guatemalas erschließen Lebensgrundlagen für Generationen und verbessern die Ernährungssituation der Armen. Zugleich stärken sie Wurzeln und Identität der indigenen Völker mit ihrem eigenständigen Wissen um ein Leben im Einklang mit der Schöpfung. Mit Ihrer Spende leisten Sie dazu einen wertvollen Beitrag.

Für weitere Informationen, wie Sie die Armen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:
Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
E-Mail: carmen.martinez(at)adveniat(dot)de