Kolumbien: Frieden schaffen im Sumpf der Gewalt

Jeden Tag gibt es ein bis zwei Tote in Tumaco, meistens sind es Jugendliche. Oftmals finden junge Männer afro-kolumbianischer Herkunft in den Pfahlbausiedlungen Tumacos den Tod. Ungebildet sind die meist gerade einmal volljährigen Jugendlichen nicht – aber ohne Zukunftsperspektiven erscheint in den Sümpfen Tumacos für sie nach dem Schulabschluss als letzter Ausweg die Gewalt.

Jugendlicher schreibt in der „Casa de la Memoria“ seine Gedanken auf. Hier wird an 500 Menschen erinnert, die Opfer der anhaltenden Gewalt wurden. Fotos: Escher/Adveniat

Viermal höher als der kolumbianische Durchschnitt ist die Mordrate im Ort Tumaco. Ein genauer Blick auf den Pazifikort zeigt, woher die Perspektivlosigkeit in der Stadt rührt: Es gibt nicht einmal ein Abwasser- oder ein Trinkwassersystem. Jegliche Reformen sind am Bildungssystem in Tumaco vorbeigerauscht. Ein freies Leben, frei von Gewalt? Nahezu unmöglich.

Das Ergebnis ist trostlos: es gibt kaum Gemeinden mit einer höheren Gewaltrate auf der Welt. Ein Teufelskreis: Zum großen Teil ist es die Zukunft des Landes, die dem bewaffneten Konflikt zum Opfer fällt - kaum ein Mordopfer ist älter als 30 Jahre. Mittlerweile gibt es mehr und mehr Zeichen des Ausmaßes der Gewalt, selbst eine einjährige Ausstellung der Diözese in Gedenken an Gewaltopfer reicht nicht mehr aus.

Jugendlicher in der „Casa de la Memoria“. Es ist eine Gedenkstätte, wo an die 500 Menschen erinnert wird, die bisher Opfer der anhaltenden Gewalt wurden.
Pfahlbauten in Tumaco, der im äußersten Süden gelegenen Küstenstadt.
Die Theologin Ulrike Purrer (Fachkraft der Bethlehem Mission Immensee) lebt seit drei Jahren inmitten der Armen in einem Holzhaus. Hier zu Besuch bei Lina Viviana Peña Olaya und ihrer Familie.

Als die Theologin Ulrike Purrer das Elend im afro-kolumbianischen Ort sah, saß der Schock tief. Aber auch der Wille, im abgelegenen Pazifikdorf ein wenig Hoffnung zu säen. Seit Jahren schon koordiniert Purrer die diözesane Jugendarbeit in dem Ort für Bürgerkriegsflüchtlinge, mit Unterstützung von Adveniat. Mit Herz und Liebe, wie sie selbst sagt, nimmt sie sich den Problemen der Bewohner im Kleinen an. Die Ausstellung in Gedenken an Gewaltopfer reicht jährlich nicht mehr aus? Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Mithilfe der deutschen Theologin hat die Diözese eine permanente Ausstellung eröffnet. Zugleich dient diese nun als Ort, um sich zu organisieren und seine Rechte einzufordern. Auch im Jugendzentrum „Centro Afro“ hilft Ulrike Purrer Jugendlichen, gewaltfrei und mit Hoffnung in den Alltag zu schauen.

"Ich bringe ganz viel Saat aus, mit viel Freude, Liebe und Überzeugung. Ob ich die Früchte jemals sehen werde? Wohl nicht, aber die Früchte dieser Saat werden hoffentlich irgendwann die Jugendlichen in Tumaco ernten." Das sagt sie selbst über ihre Arbeit in Tumaco. Denn auch wenn das Engagement schwierig ist, und die Früchte klein scheinen: Für die Menschen an Kolumbiens Küste sind sie überlebenswichtig. Leisten auch Sie einen kleinen Beitrag für mehr Frieden in Lateinamerika: Mit Ihrer Spende helfen Sie Projekten wie dem in Kolumbien!

Und Friedens- und Menschenrechtsarbeit in Lateinamerika unterstützen.

Für weitere Informationen, wie Sie die Armen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:

Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
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