Mexiko: Faire Arbeit schafft Zukunft

Jahrelang arbeitete Andrés Rodríguez als Leibeigener auf der Finca eines Kaffeebarons. Dies bedeutete, täglich schwerste Arbeit zu leisten – für einen Hungerlohn. Als Analphabet war Andrés zudem der Willkür der Kaffeebarone ausgesetzt. Ein Teufelskreis, der sich über Generationen fortsetzt: mit einem Vater in Schuldknechtschaft bliebe auch Sohn Andrés wenig Hoffnung.

Dank der Mission Bachajón, die von Adveniat unterstützt wird, konnte Andrés Rodriguez sich und seine Familie aus der Leibeigenschaft befreien und hat nun endlich wieder eine Perspektive. Fotos: Escher/Adveniat

So wie Andrés Rodríguez ergeht es im Süden Mexikos vielen Arbeitern: Trotz seiner reichen Biodiversität ist Chiapas die ärmste Provinz des Landes. Rund 30 Prozent der unterernährten Bevölkerung Mexikos leben dort. Nur 75 Prozent können für das Überleben von sich und ihren Familien sorgen, jedoch nicht für die Erneuerung von Gebrauchsgegenständen. Eine der Ursachen dieses Problems? In der von der Landwirtschaft lebenden Region hat eine Landreform bisher nicht stattgefunden. Im Klartext heißt dies, dass es vielen Menschen so geht, wie Andrés Rodríguez: sie leben auf dem Land reicher Großgrundbesitzer, sind von ihnen abhängig. Das durchschnittliche monatliche Einkommen von 75 Euro reicht so kaum zum Leben, zumal sie keine wirtschaftliche Selbständigkeit haben.

Für faire Arbeitsbedingungen für die Menschen in Lateinamerika.

Für den Jesuitenpater Arturo Estrada war dies ein Zustand, den er so nicht länger hinnehmen konnte. In Leuten wie Andrés Rodríguez steckt eigentlich noch so viel Potential – da war er sich sicher. Der 34-jährige Jesuitenpater leitet seit 2016 die „Mission Bachajón“, die auch Adveniat unterstützt. Mit einem Entwicklungskonzept für Familien richtet sich das Projekt an die indigene Bevölkerung der Tseltal.

In der Diözese San Cristóbal haben die Jesuiten die Kaffee-Kooperative „Capeltic“ ins Leben gerufen. Derzeit bauen 315 Bauern ihren Kaffee dort an, und gemeinsam verkauft die Kooperative ihn für jährlich mehr als 30 Millionen Pesos (rund 1,4 Millionen Euro). Nebenbei lernen sie und ihre Familien noch Lesen und Schreiben, stellen Honig und Seife her – kurzum: Leute wie Andrés Rodríguez werden ihre eigenen „Herren“. Und das nachhaltig: Sohn Andrés arbeitet in der Kaffeerösterei – und studiert BWL.

„Wie schaffen wir es, dass in der Arbeitswelt der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Kapital?“. Einer Antwort auf diese Frage versucht Padre Arturo Estrada mit seiner Arbeit ein Stück näher zu kommen. In dem ganzheitlichen Entwicklungskonzept der Mission Bachajón steckt viel Potential, da ist sich der Jesuitenpater sicher. Um die Arbeit mit all den Seminaren, Fortbildungen und Aspekten umsetzen zu können, sind er und sein Projekt jedoch auf Hilfe angewiesen.

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Carmen Martínez
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