Mexiko: Hilfe für Frauen und Kinder auf der Flucht

Nayeli* wohnt seit drei Monaten mit ihren beiden Kindern in der Herberge. In vier Monaten kommt ihr drittes Kind zur Welt. Eines, dem sie das Schicksal seiner beiden älteren Geschwister ersparen will. Die Armut, die Schläge und die Aussichtslosigkeit, mit der sie in Honduras Tag für Tag konfrontiert war. Aus ihrer Heimat war die 24-Jährige geflüchtet, vor einem prügelnden Mann und vor der Gewalt krimineller Banden, die alle Hoffnung auf eine bessere und friedliche Zukunft zunichte machen.
 

Eine Migrantin der Garifuna Ethnie aus Guatemala geht mit ihrem Sohn zur Krankenstation der Herberge "Casa Mambré". Fotos: Hans-Maximo Musielik


Die Flüchtlingsunterkunft wird mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat vom Orden der Scalabrinianerinnen betrieben. Dort finden sogenannte „humanitäre Notfälle“ wie Nayeli Schutz. 50 Plätze gibt es in der Unterkunft – von insgesamt nur 200 in Mexiko-Stadt.

Casa Mambré ist für alles gesorgt: Dreimal am Tag gibt es Essen, wenn nötig neue Kleider und Hygieneartikel. Auf der Dachterrasse können die Kinder spielen, während ihre Mütter Wäsche waschen und zum Trocknen aufhängen. Dreimal die Woche sind ein Arzt und ein Psychologe im Haus. Sozialarbeiterinnen helfen bei Behördengängen oder malen, spielen und lernen mit den Kindern und Jugendlichen.
 

Für Migranten und Flüchtlinge in Lateinamerika.


Herbergsleiterin Schwester Arlina hat viel zu tun, um die Casa Mambré am Laufen zu halten. Krankenschwester, Managerin, Kindergärtnerin, Köchin, Psychologin, Berufsberaterin, Anwältin – all diese Rollen muss die 54-Jährige übernehmen.

Doch der Platz in der Herberge reicht bei weitem nicht für die vielen Schutzbedürftigen aus, die auf eine sichere Unterkunft angewiesen sind. Daher hat Adveniat den Orden der Scalabrinianerinnen beim Kauf eines größeren Hauses, das ganz in der Nähe der Casa Mambré liegt, finanziell unterstützt. Auch während der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie stand Adveniat zuverlässig an der Seite der Schutzsuchenden und hat Nothilfen für Lebensmittel, Babynahrung, medizinische Versorgung und Hygieneartikel gewährt.
 

Nayeli (24) zeigt auf dem Weg ins Krankenhaus stolz ihre letzten Ultraschallbilder. Das Baby wird Mitte 2021 erwartet - fast 1500 Kilometer von Honduras, ihr Heimatland, entfernt.

Schlafzimmer für Männer: Aufgrund der Corona-Pandemie wurde aus Sicherheitsgründen die Aufnahme von Migranten in der Casa Mambré beschränkt.

Henry (8) malt noch etwas während Schwester Eréndira in der Migrantenherberge "Casa Mambré" die Bilder anderer Kinder sammelt, um sie trocknen zu lassen.


Jährlich machen sich rund 400.000 Menschen aus Mittelamerika, aber auch aus Venezuela, Haiti und Afrika auf den Weg durch Mexiko Richtung US-amerikanische Grenze. Sie fliehen vor Terror und Gewalt rivalisierender Banden, vor den Folgen schwerer Naturkatastrophen sowie vor Armut und Hunger. Auf ihrem langen Weg zu Fuß und als blinde Passagiere auf „La Bestia“ – einem Güterzug, der Mexiko von Süd nach Nord durchquert – setzen sie sich vielen Gefahren aus. Oft erleiden sie auf ihrer Reise ähnlich tragische Schicksale wie in ihren Heimatländern: Sie werden Opfer von Raub, Erpressung, Entführung, Vergewaltigung sowie Menschen- und Organhandel.

Vor allem Kinder und Frauen benötigen besonderen Schutz. Den erhalten sie in der vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützten Migrantenherberge "Casa Mambré" in Mexiko-Stadt. Hier können politisch Verfolgte und Flüchtlinge, deren Leben bedroht ist, durchatmen und auftanken. In der sicheren Unterkunft werden sie nicht nur mit Nahrung und Kleidung versorgt, sondern auch medizinisch, psychologisch und spirituell begleitet.

* Der Name wurde auf Wunsch der Betroffenen und der Casa Mambré geändert.

Unterstützen auch Sie mit Ihrer Spende die Migranten in Lateinamerika auf ihrem Weg in ein neues Leben, damit sie fernab ihrer Heimat Begleitung und Schutz erfahren und neue Perspektiven entwickeln können.
 

Für weitere Informationen, wie Sie die Armen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:

Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
E-Mail: carmen.martinez(at)adveniat(dot)de

Für Migranten und Flüchtlinge in Lateinamerika.