Unsere Forderungen
an die deutsche Bundesregierung

Nachdem sämtliche Selbstverpflichtungen der Industrie und auch der Regierungen zum Schutz des Amazonasgebietes und seiner indigenen Völker gescheitert sind, besteht nun mit Repam die Hoffnung, dass die ursprünglichen Völker ihre Rechte und das Überleben Amazoniens verteidigen können – zugunsten des gesamten Planeten.

„In einer Welt, die vom menschengemachten Klimawandel existentiell bedroht ist, sind die Indigenen mit ihrer Art zu leben die wahren Umweltschützer", sagt Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz. Foto: Adveniat/Steffen

Um international gehört zu werden, sind die indigenen Völker unbedingt auf die Ratifizierung und Umsetzung der Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Nr. 169 angewiesen. Sie garantiert, dass die indigenen Völker angehört werden müssen, wenn auf von ihnen bewohntem – oder anderweitig genutztem – Gebiet, Rohstoffe ausgebeutet werden. (Artikel 15, 2.)

Dabei handelt es sich nicht nur um das direkt besiedelte Land. (Artikel 13,2). Es gibt im Amazonasgebiet keine Flächen, die ohne vorherige Konsultation zur Rohstoffausbeutung genutzt werden dürfen. Denn die Zerstörung des fragilen Ökosystems ist immer schon ein Eingriff, der ihre Gebiete betrifft.

Adveniat fordert die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf, dem Beispiel der Interamerikanischen Menschenrechtskommission und des Interamerikanischen Gerichtshof zu folgen und

  1. das panamazonische, kirchliche Netzwerk Repam als Repräsentant und originären Ansprechpartner für den Schutz des Amazonasgebietes und der 390 dort lebenden indigenen Völker anzuerkennen;

  2. die UN-Konvention ILO Nr. 169 zu ratifizieren und international auf deren Einhaltung zu drängen, damit die indigenen Völker selbst ihre Rechte durchsetzen und die an ihnen begangenen Menschenrechtsverletzungen zur Anklage bringen können.

Erfolgreich hat sich das Volk der Kichwa im Dorf Sarayaku gegen die Ausbeutung der Erdölvorkommen auf seinem Territorium gewehrt. 2012 hat der Interamerikanische Gerichtshof in Costa Rica Ecuador verurteilt, sämtliche Aktivitäten einzustellen und Sarayaku eine Entschädigung in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu zahlen, weil sie ihres Rechts auf Konsultation beraubt worden waren.

Patricia Gualinga auf einer Dorfversammlung im Gemeindehaus von Sarayaku. Foto: Adveniat/Pohl

„Im Namen des Fortschritts wird im Amazonas das Leben so vieler indigener Völker zerstört“, sagt Patricia Gualinga, eine Sprecherin des Volks der Kichwa. Bei ihrem jahrzehntenlangen Kampf gegen das Vorrücken der Ölindustrie geht es um mehr als bloße Ökologie: „Es geht um die Bewahrung unserer Kultur“, sagt sie. „Und wir wollen, dass die Menschen den Wert der Schöpfung nicht nur am Profit bemessen!“

Indigene bemächtigen ihre Rechte selbst zu verteidigen

Das Amazonas-Netzwerk Repam versetzt mit Menschenrechtsschulungen indigene Völker in die Lage, ihre Rechte vor den internationalen Institutionen zu verteidigen. Zuletzt haben im März 2017 vier Völker Amazoniens die an ihnen verübten Menschenrechtsverletzungen vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte in Washington mit Erfolg vorgetragen.

„Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte hat die Amazonas-Staaten aufgefordert, die indigenen Völker in jedem Fall in öffentliche und transparente Beratungen einzubeziehen, wenn Rohstoffe ausgebeutet werden sollen“, erklärte Repam-Generalsekretär Mauricio López Oropeza. Zudem hat die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte Repam als Repräsentant der indigenen Völker anerkannt.