Katholikentag: Filmdoku über Erdöl-Pipeline in Peru und Gespräche mit Vertretern aus Politik und Kirche

Mittagsgebet mit Marx, Kicker-Turnier mit mutigen Frauen, ein Film über Leben, Spiritualität und das Leiden der Indigenen vom Volk der Kukama im peruanischen Amazonasgebiet. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat lässt das Motto des 104. Katholikentags „Hab Mut, steh auf!“ in Würzburg lebendig werden und geht dabei ins Gespräch mit Playern aus Kirche und Politik.

Marx: „Nationalismen führen in Kriege. Nur im Miteinander ist Zukunft gestaltbar.“

Ein flammendes Plädoyer für die Weltkirche hielt Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München, beim Mittagsgebet am Adveniat-Stand auf der Katholikentags-Meile in Würzburg: „Nationalismen führen in Kriege. Das haben wir oft genug erlebt. Nur im Miteinander ist Zukunft gestaltbar.

Gemeinsam mit Sonia Caritimari Huansi vom Volk der Kukama und Barbara Fraser von der Wasser-Pastoral des peruanischen Amazonas-Vikariats Iquitos sprach Marx das Vaterunser – jede und jeder in seiner Sprache.

Kardinal Marx spendet den Katholikentagsbesuchern beim Mittagsgebet am Adveniatstand den Segen.

Eröffnungsspiel der Copa Valiente, dem Adveniat-Tischkicker-Turnier der mutigen Frauen

In vier Wochen startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko. Auf dem 104. Katholikentag in Würzburg rollt der Ball bereits bei der „Copa Valiente“, dem Tischkicker-Turnier der Mutigen Frauen am Stand des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Das Eröffnungsspiel haben die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, und DBK-Pressesprecherin Daniela Elpers in einem spannenden Match 8:10 gegen das Adveniat Team mit Geschäftsführerin Tanja Himer und Adveniat-Teamleiterin Anne Oelmann gewonnen.

Am Nachmittag werden unter anderem auch noch die Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken Irme Stetter-Karp und die stellvertretende Vorsitzende der Ordensoberenkonferenz Katharina Hemmers OP ins Turnier einsteigen.

Das Eröffnungsmatch lieferten sich die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, und DBK-Pressesprecherin Daniela Elpers gegen Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer und Adveniat-Teamleiterin Anne Oelmann. Foto: Adveniat/ Roman Krupp

Die „Copa Valiente“ war international hochkarätig besetzt:

Dokumentarfilm lässt Zuschauer ins Leben von Indigenen in Peru eintauchen

Im Anschluss an die von Adveniat initiierte Filmvorführung „Kurakara – Die Menschen des Flusses“ auf dem Katholikentag in Würzburg berichtete Sonia Caritimari Huansi vom Volk der Kukama wie der peruanische Staat die Profite der Erdölindustrie über das Leben der Menschen und die Natur stellt: „Die Erdöl-Pipeline verläuft mitten durch unseren Garten und ihre regelmäßigen Lecks vergiften unseren Fluss, die Fische, die Pflanzen, uns Menschen.“

Ein Leben, das den Fluss ausbeutet, zerstört alles

Der poetische Dokumentarfilm von Stephanie Boyd und Miguel Araoz Cartagena hat die Besucherinnen und Besucher des Katholikentags in Würzburg in das Leben der Kukama auf dem Fluss und in ihre Vorstellung vom Leben ihrer Ahnen und göttlichen Wesen – den Karuara – unter dem Fluss eintauchen lassen. „Alles, was es über dem Wasser gibt, existiert auch unter Wasser“, berichten die Kukama im Film. Ein Beispiel: Kinder, die verschwinden – so die Vorstellung der Kukama – leben als Kurakara, als Menschen des Flusses unter Wasser. Leben mit dem Fluss als einem lebendigen, von Menschen respektierten Wesen gelingt. Ein Leben, das auf Ausbeutung des Flusses beruht, und die Vergiftung von Mensch und Natur in Kauf nimmt, zerstört alles.

Sonia Caritimari Huansi und Barbara Fraser von der Wasser-Pastoral Iquitos erläutern die Kosmovision der Kukama.

Sonia Caritimari Huansi und Barbara Fraser von der Wasser-Pastoral Iquitos erläutern die Kosmovision der Kukama.

Barbara Fraser von der Wasser-Pastoral des Vikariats Iquitos kritisiert im Gespräch nach der Filmvorführung: „In der Region mit dem meisten Wasser, haben die Menschen kein sauberes Trinkwasser.“ Die vom Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat unterstützte Wasserpastoral ist vom Bischof von Iquitos gegründet worden, der zuvor in der Region der Kukama als Priester das Leid und die Nöte der Menschen erlebt hatte. Die Kukama-Indigenen haben mit Unterstützung der Kirche vor dem Interamerikanischen Gerichtshof erstritten, dass der Fluss als Person anerkannt wird, dem verbriefte Rechte zukommen.

“Machen Sie politischen Druck!” 

„Seien Sie solidarisch, machen Sie bekannt, dass unserem Rio Marañon einklagbare Rechte zukommen, machen Sie politischen Druck im Rahmen Ihrer Möglichkeiten“, antworten Sonia Critimari und Barbara Fraser auf die Frage, was die Menschen hier in Deutschland machen können. Im Anschluss an den Film von Miguel Araoz und Stephanie Boyd kamen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit Barbara Fraser von der Wasserpastoral Iquitos und Dr. Martina Fornet-Ponse von Adveniat ins Gespräch.

Herzlich willkommen am Adveniat-Stand beim 104. Katholikentag in Würzburg.

Herzlich willkommen am Adveniat-Stand beim 104. Katholikentag in Würzburg.

Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck am Adveniatstand auf der Katholikentags-Meile in Würzburg.

Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck testet das Popcorn am Adveniatstand auf der Katholikentags-Meile in Würzburg.

Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Maier testet den Tischkicker für die Copa Valiente, das Kickerturnier der Mutigen Frauen.

Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Maier testet den Tischkicker für die Copa Valiente, das Kickerturnier der Mutigen Frauen.

„Hab Mut, steh auf“ – so lautet das Motto des 104. Deutschen Katholikentags, der vom 13. bis 17. Mai 2026 in Würzburg stattfindet. Passend zu diesem Thema richtet Adveniat in diesem Jahr seinen Fokus auf Mut-Macherinnen aus Lateinamerika – Starke Frauen, die trotz schwierigster Bedingungen ihr Leben selbst in die Hand nehmen, um sich, ihren Familien und den Frauen in ihrem Umfeld ein gutes Leben zu ermöglichen.

Weitere Infos zum Katholikentag und dem Programm von Adveniat: