Adveniat trauert um Ernesto Cardenal

Pater Michael Heinz. Foto: Adveniat

„Mit dem Tod von Ernesto Cardenal verlieren wir einen bedeutenden Fürsprecher und Anwalt der Armen. Mit ihm ist eine einflussreiche Stimme für Frieden und Gerechtigkeit in Lateinamerika verstummt.“ Das hat Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz zum Tod des nicaraguanischen Dichters, Priesters und Befreiungstheologen betont. „Wir sagen danke für sein Leben und trauern mit allen, die in seiner Familie, seinem Freundeskreis, in seiner Heimat und auch in Deutschland mit ihm verbunden waren und bleiben werden.“ Cardenal war am Sonntag, 1. März 2019, im Alter von 95 Jahren in Nicaraguas Hauptstadt Managua gestorben.

„Es erfüllt mich mit Schmerz, dass Ernesto Cardenal in dem Wissen um die schweren Menschenrechtsverletzungen, die zurzeit unter Präsident Daniel Ortega in Nicaragua stattfinden, gestorben ist“, sagte Pater Heinz, der selbst von 1992 bis 2000 in Nicaragua gelebt und Versöhnungsarbeit geleistet hat. Als einer der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie war Cardenal unter anderem am Sturz des Diktators Anastasio Somoza in Nicaragua beteiligt, nach der Revolution 1979 wurde er Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später distanzierte sich Cardenal von den Sandinisten und wurde zum scharfen Kritiker von Präsident Ortega.

„Ernesto Cardenal hatte eine Gabe, die Schöpfung in den alten Worten der Bibel und der Psalmen neu zu preisen. Das war und bleibt poetisch. Er war ein Mystiker unserer Zeit“, würdigte Pater Heinz das Werk des Verstorbenen. „Seine Gedichte, die Nachdichtungen der Psalmen und auch seine Darlegung des Evangeliums in dem berühmten Buch ‚Das Evangelium der Bauern von Solintename‘ haben mehrere Generationen von Christinnen und Christen in Lateinamerika, in Deutschland und weltweit geprägt.“ 

Der Dichter und Priester Ernesto Cardenal gehörte zu den bekanntesten Vertretern der Befreiungstheologie und ihrer Option für die Armen. 1966 gründete er auf der Insel Mancarron die Gemeinschaft von Solentiname, eine Bauernkommune nach urchristlichem Vorbild. Wegen seines politischen Engagements verbot ihm Papst Johannes Paul II. 1985 die Ausübung des priesterlichen Dienstes. Im Februar dieses Jahres waren alle Sanktionen durch Papst Franziskus wieder aufgehoben worden.

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