Vorgezogenen Parlamentswahlen: Peruaner stimmen für Veränderung

„Die Peruaner wollen raus aus dem Sumpf der Korruption.“ Das hat der Peru-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Michael Huhn, nach Bekanntgabe der Ergebnisse der vorgezogenen Parlamentswahlen in Peru am 26. Januar betont, aus denen der parteilose Präsident Martín Vizcarra gestärkt hervorgegangen ist. Dieser hatte das Parlament im September aufgelöst, nachdem es versucht hatte, Richter zu benennen, die korrupten Abgeordneten die Immunität garantiert hätten. „Trotzdem muss Vizcarra ohne eine stabile Mehrheit regieren und wird angesichts der Fragmentierung des Parlamentes mit vielen Parteien aushandeln müssen, was er von seinem Programm verwirklichen kann“, sagte Peru-Experte Huhn. „Hoffentlich werden die Verhandlungen nicht auf dem Rücken derjenigen geführt, die mit ihrer Wahl für Veränderung gestimmt haben.“

Die rechtspopulistische Fuerza Popular von Oppositionsführerin Keiko Fujimori, die den Reformkurs des Staatschefs blockiert hatte, büßte massiv an Stimmen ein und rutschte auf 7,1 Prozent ab. Bei der vorherigen Parlamentswahl im Jahr 2016 war sie noch mit 36,3 Prozent zur stärksten Kraft geworden. „Die Bevölkerung hat damit deutlich für die Reformen zur Korruptionsbekämpfung votiert“, sagte Huhn. Drei der vergangenen vier Präsidenten Perus stehen wegen Korruptionsvorwürfen im Zuge des Odebrecht-Skandals unter Anklage, ein vierter hat sich umgebracht. 

Die Peruanische Bischofskonferenz forderte die künftigen Kongressabgeordneten dazu auf, sich den Problemen des Landes und damit den Sorgen der Bevölkerung zu stellen: „Zu den Prioritäten zählen der Kampf gegen die Korruption, die Straflosigkeit, die Angst der Bevölkerung vor Gewaltverbrechen, die familiäre Gewalt, die Feminizide und der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit“, hieß es in einer anlässlich der Parlamentswahlen veröffentlichten Botschaft. Die Bischöfe sprachen sich zudem für eine Politik des Dialogs und gegen eine Politik der Konfrontation aus. 

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