Schweres Erdbeben erschüttert Kolumbien
Wenige Wochen nach den verheerenden Erdstößen im Nachbarland Venezuela bebte nun die Erde in Kolumbien. Erste Berichte gehen nicht nur von schweren Sachschäden in dem südamerikanischen Land aus. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat steht in engem Austausch mit den Partnerorganisationen vor Ort.

Bewohner und Rettungskräfte graben sich durch die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes in Cali, Kolumbien. Foto: Reuters/ Christian Escobar Mora
Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala in Kolumbien melden lokale Medien mindestens 132 Tote und erhebliche Sachschäden. Mindestens 1.500 Wohnhäuser wurden beschädigt. Mehrere Hundert Menschen gelten als vermisst.
Das Epizentrum des Bebens lag nach vorliegenden Erkenntnissen in der armen Pazifikprovinz Choco im Westen des Landes, das Beben war aber in weiten Teilen des Landes zu spüren. Kolumbiens neuer Präsident Abelardo De La Espriella, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, verhängte am Abend eine Ausgangssperre und rief den Katastrophenzustand aus.
Schwere Zerstörungen
Allein in Pereira, einer Stadt in der sogenannten Kaffeezone, sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Eine Kathedrale in der Nachbarstadt Manizales ist teilweise zerstört. Die Flughäfen in der bei Touristen besonders beliebten Region sind gesperrt. Auch aus der Millionenstadt Cali sind schwere Schäden gemeldet worden.
Die Hauptstadt Bogotá schicke 100 Rettungskräfte nach Cali. Bürgermeister unterstützten andere Bürgermeister, berichtete Kristin Wesemann, Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Bogota. „Nach den vergangenen extrem polarisierten Jahren sieht man keine Schuldzuweisungen und keinen Kompetenzstreit. Alle packen an.“
Adveniat steht seit Montagabend in engem Austausch mit den Partnern vor Ort. Das Lateinamerika-Hilfswerk fördert in den Regionen Choco und Cali, die auch vom bewaffneten Konflikt im Land besonders betroffen sind, unter anderem Projekte zur Friedens- und Versöhnungsarbeit, Alphabetisierung und Weiterbildungen sowie Jugendprojekte, um den Menschen ein selbstbestimmtes, sicheres Leben zu ermöglichen – auch als Alternative zu bewaffneten Gruppen. Einer der Partner in der betroffenen Region berichtete: „Wir versuchen nun, uns zu organisieren und uns vor allem sowohl mit der Stadtverwaltung als auch mit der Verwaltung des Departements abzustimmen, um auch vonseiten der Diözese so gut wie möglich zu helfen – so, wie wir es immer tun, wenn es in unserem Gebiet zu einer Katastrophe kommt.“
Autor: KNA/ red.

