Experten erwarten stärksten El Niño seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
Mit heftigen Folgen für Lateinamerika

Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer außergewöhnlich starken Form des Wetterphänomens El Niño in den kommenden Monaten. Es könnte sogar der stärkste El Niño seit Messbeginn werden, sagen Experten. Die Welt müsse sich auf regional extreme Hitze, Dürren und Überschwemmungen einstellen, so die WMO-Chefin Celeste Saulo.

Zwei Männer rudern auf einem Floß durch überschwemmte Straßen

Vielen Ländern Lateinamerikas drohen Überschwemmungen, wie hier in Brasilien 2022. Foto: Adveniat/Caritas Brasilien

Schwere Auswirkungen in Lateinamerika

Den Ländern in Lateinamerika stehen klimatisch extreme Monate bevor. Das angekündigte Wetterphänomen El Niño wird je nach Region in manchen Gebieten zu starker Dürre mit Waldbränden führen, während woanders mit heftigen Niederschlägen, Überschwemmungen und Erdrutschen zu rechnen ist. Es drohen unter anderem Ernteausfälle, Probleme bei der Energieversorgung und eine stärkere Ausbreitung von Krankheiten.

Im Panamakanal werden die ersten Folgen bereits sichtbar. Aufgrund anhaltender Trockenheit wird die Anzahl der buchbaren Durchfahrten schrittweise leicht gesenkt.

In anderen Regionen hingegen werden Dürreperioden erwartet. Foto: Adveniat/Florian Kopp

Höhepunkt zum Jahreswechsel erwartet

Auslöser für das seit Jahrhunderten bekannte Wetterereignis sind außergewöhnlich warme Meeresbedingungen im tropischen Pazifik und sich verändernde globale Wind- und Wettermuster, was weltweit zu extremen Wetterbedingungen führt. Da die Temperaturen der Meeresoberfläche des Pazifiks bereits im Juli deutlich über dem Mittel lagen, wird erwartet, dass El Niño in den kommenden Monaten weiter auf eine sehr starke Intensität ansteigt. Gegen Ende dieses Jahres wird er voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen. Die Klimaauswirkungen werden jedoch bis weit ins Jahr 2027 anhalten.

Erst 2024 zeigte El Niño seine Kraft und führte zu heftigen Überschwemmungen in Brasilien. Eine halbe Million Menschen hatte keinen Zugang zu Trinkwasser, Strom und Obdach. Es gab hunderte Tote. Adveniat half den Betroffenen damals mit 70.000 Euro Soforthilfe.