Adveniat-Partner erhält Kardinalswürde

Weihbischof Rosa Chavez, hier mit Jugendlichen in der Schreinerwerkstatt des Proyecto 2000. In diesem Projekt der Erzdiözese San Salvador bekommen gefährdete Jugendliche und Maraaussteiger die Chance auf eine Ausbildung.
Weihbischof Rosa Chavez, hier mit Jugendlichen in der Schreinerwerkstatt des Proyecto 2000. In diesem Projekt der Erzdiözese San Salvador bekommen gefährdete Jugendliche und Maraaussteiger die Chance auf eine Ausbildung. Foto: Martin Steffen/Adveniat
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„Gott hat den Schrei der Armen gehört.“ Das hat der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, in seinem Glückwunsch an Weihbischof Gregorio Rosa Chávez von San Salvador geschrieben, der im Juni die Kardinalswürde erhält. Das hatte Papst Franziskus am Sonntag, 21. Mai 2017, in Rom angekündigt. „Mit großer Freude habe ich diese gute Nachricht für El Salvador, für ganz Zentralamerika vernommen“, sagte der Adveniat-Hauptgeschäftsführer. Der Mitarbeiter des 2015 seliggesprochenen Erzbischofs Óscar Arnulfo Romero lebe beispielhaft die arme Kirche an der Seite der Armen, von der Papst Franziskus immer wieder spreche. Die angekündigte Kardinalsernennung ist laut Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck „nicht nur eine Anerkennung des langjährigen Wirkens von Weihbischof Rosa Chávez für den Frieden in El Salvador, sondern auch eine Bestätigung des Weges von Erzbischof Romero“. „Dankbar erinnere ich mich an die Begegnungen mit Weihbischof Rosa Chávez – insbesondere an den Gottesdienst am Grab Romeros vor zwei Jahren, den wir gemeinsam feierten“, sagte Overbeck.

In San Salvador, das mit mehr als 100 Morden auf 100.000 Einwohner nach wie vor zu den gefährlichsten Städten der Welt gehört, setzt sich Weihbischof Chávez für den Dialog mit den Jugendbanden, den sogenannten Maras, ein, die von der Regierung einseitig für die eskalierende Gewalt verantwortlich gemacht werden. Als Adveniat-Partner war er bereits mehrfach auf Einladung des Lateinamerika-Hilfswerks in Deutschland, zuletzt auf dem Katholikentag in Leipzig. Dort sagte er: „Neben den nicht aufgearbeiteten Wunden des Bürgerkriegs steht mein Land vor drei Problemen: Armut, Gewalt, Migration.“ Angesichts fehlender Zukunftsperspektiven wanderten Väter und Mütter aus, um in den Nachbarländern oder den USA Arbeit zu suchen. Zurück blieben Kinder in zerrütteten Familien, die keine Zukunftsperspektiven für sich sehen und anfällig werden für Gewalt und Drogen in den Jugendbanden. Dort erlebten sie oft zum ersten Mal so etwas wie Geborgenheit. „Eine Kirche nach dem Vorbild Óscar Romeros nimmt sich der Kinder und Jugendlichen in den zerrütteten Familien an, damit Familien zu Schulen des Friedens werden“, ist der Adveniat-Partner und künftige Kardinal Rosa Chávez überzeugt.

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