Indigene in Brasilien bitten UN um Hilfe im Landkonflikt

Symbolbild: CIMI-Präsident und Adveniat-Partner Dom Roque Paloschi (Mitte) im Gespräch mit dem Tenharin Caciquen João Bosco und CIMI-Mitarbeiterin Emilia Altini in der Cumidade Mafui. Foto: Escher/Adveniat

Aus Sorge um ein mögliches "Massaker" an seinem Volk hat ein Vertreter des indigenen Karipuna-Volkes aus Nordbrasilien die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. Das berichtete der katholische Indio-Missionsrat Cimi, der von Adveniat unterstützt wird. Hunderte Hektar Land der Karipuna würden von weißen Siedlern besetzt, verkauft und in Viehwiesen umgewandelt, ihre Anführer zudem bedroht.

Der Vertreter der Karipuna, Adriano Karipuna, nimmt derzeit in New York an einer UN-Sitzung zu indigenen Fragen teil. Weitere Vertreter der indigenen Völker Brasiliens berichteten ebenfalls dort über die Bedrohung ihrer Völker. So erklärte eine Vertreterin des Xavante-Volkes über Effekte der industriellen Landwirtschaft auf die Natur der indigenen Gebiete. Vertreter der Guarani-Kaiowa berichteten über ihren verzweifelten Kampf um die Zuteilung ihres Landes.

Die Berichte der Indigenen werden der UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker, Victoria Tauli-Corpuz, übergeben. Sie hatte Anfang 2016 Brasilien bereist und die Regierung auf das "potenzielle Risiko eines Ethnozids an den indigenen Völkern" hingewiesen. Sie forderte Brasiliens Regierung auf, "den Menschenrechtsverletzungen ein Ende zu setzen" und die Hintermänner der Gewalt gegen Indigene vor Gericht zu bringen.

Die Vertreter der indigenen Völker sagten jetzt vor den Vereinten Nationen, dass der damalige Appell von der Regierung nicht gehört worden sei. Sie seien weiter durch Staudamm- und Straßenbauprojekte, eine sich ausweitende Landwirtschaft, Goldsucher und Holzfäller in ihrer Existenz bedroht. Zugleich werde mit der Unterstützung durch Präsident Michel Temer versucht, das Recht der Indigenen auf ihr Land einzuschränken. (kna)

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