Kubareise von Erzbischof Schick: „Die Kirche versteht sich als Stimme des Volkes“

Kirche Santa Barbara in Havanna, Kuba.
Kirche Santa Barbara in Havanna

Am gestrigen Abend (11. Januar 2018) hat der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), seine fünftägige Reise nach Kuba beendet. „Die katholische Kirche in Kuba ist eine arme Kirche für die Armen und leistet mit kleiner Kraft Großes“, resümierte Erzbischof Schick die Ergebnisse seiner Gespräche mit dem Erzbischof em. von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Giorgio Lingua, und den Mitgliedern des Ständigen Rates der Kubanischen Bischofskonferenz. „Die Umstände sind schwierig, aber die Kirche genießt Respekt und hohes Ansehen in der Gesellschaft – und zwar weit über die katholische Bevölkerung hinaus.“

Überall im Land herrsche ein großer „Hunger nach Gott“, schreiben die Bischöfe in ihrem Pastoralplan 2014–2020. Viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung seien auf der Suche nach Orientierung für ihr persönliches, soziales und gesellschaftliches Leben, die sich nicht mit innerweltlichen Heilsversprechen befriedigen lasse. Die Kirche antworte auf diese Suche mit der Verkündigung des Evangeliums, den Gottesdiensten und vielfältigen seelsorgerischen Angeboten.

Erzbischof Schick erinnerte an den Hirtenbrief der kubanischen Bischöfe von 2013, in dem sie die Wünsche von weiten Teilen der Bevölkerung nach Beteiligung des gesamten Volkes am gesellschaftlichen Leben, nach Meinungsvielfalt und der Einbeziehung marktwirtschaftlicher Elemente in die ökonomische Ordnung aufgreifen. „Die Kirche versteht sich als Stimme des Volkes“, so Erzbischof Schick. Auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre plädiere sie für eine gesellschaftliche Entwicklung, die eine wachsende und gerechte Teilhabe aller Bürger ermöglicht. Erzbischof Schick und seine Delegation tauschten sich auch mit dem Deutschen Botschafter in Havanna über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus.

In Gesprächen mit der kubanischen Caritas, mit führenden Persönlichkeiten aus den Ordensgemeinschaften und mit Vertreterinnen und Vertretern der Nationalen Kommission für das Laienapostolat sei ihm deutlich geworden, dass sich „das ganze Gottesvolk der Vision von Kirche, wie sie das Zweite Vatikanische Konzil vertrete, verpflichtet weiß – ‚Kirche von allen für alle‘“. Konkreten Ausdruck findet dieses Selbstverständnis in einer großen Zahl karitativer und bildungsorientierter Aktivitäten, die in allen Landesteilen unternommen werden. Die Kirche erreicht dabei sozial bedürftige Menschen (wie Alte und Behinderte) und widmet sich inzwischen auch vermehrt Aufgaben der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit und der Familienbildung. Auch im Bereich der Kultur ist die Kirche tätig. Bei Besuchen im Institut Felix Varela, einem Kulturzentrum der Erzdiözese Havanna, und beim Zentrum Loyola der Jesuiten, die beide nationale Ausstrahlung haben, konnte Erzbischof Schick einen Eindruck vom Einsatz der Kirche für eine Kultur entsprechend dem Evangelium gewinnen. „Es ist eindrucksvoll, was die Kirche in Kuba für die Kubaner leistet“, so Erzbischof Schick, der auf seiner Reise u. a. vom Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Pater Michael Heinz SVD, begleitet wurde.

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