Zukunft Amazonas
Bedrohte Schöpfung, bedrohte Völker

Klimawandel, rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen, Wasserkraftwerke sowie gigantische Soja-, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstören die Lebenswelt der indigenen Völker Amazoniens. Deswegen setzt sich Adveniat als Teil des kirchlichen Amazonasnetzwerks Repam besonders für die Zukunft der bedrohten Völker und Schöpfung am Amazonas ein. Ein Erfolg: Nach jahrelangem Einsatz hat der Bundestag die Ratifizierung der ILO 169 zum Schutz der indigenen Völker beschlossen. Und die Amazonas-Synode im Oktober 2019 in Rom hat klar gemacht: Christinnen und Christen sind aus dem Glauben heraus verpflichtet, Antworten auf die eine soziale und ökologische Krise zu suchen.

„Wir haben eine Synode des Aufbruchs erlebt.“ Davon ist Adveniat-Chef, Pater Michael Heinz überzeugt, der selbst an der dreiwöchigen Amazonien-Synode in Rom teilgenommen hat. „Das Schlussdokument ist ein Dokument des Neuanfangs. Und mit seinem postsynodale Schreiben Querida Amazonía macht Papst Franziskus deutlich, dass er eine neue, offene und menschliche Weltkirche will. Die alten hierarchischen Strukturen haben sich überlebt. Wie Kirche heute geht, das hat uns das Amazonas-Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazonica) gezeigt.“ Das kirchliche panamazonische Netzwerk, dem das Lateinamerika-Hilfswerk seit der Gründung 2014 angehört, hat die Synode maßgeblich vorbereitet und geprägt.

Schlussdokument zur Amazonas-Synode

Schlussdokument Amazonas-Synode


"Das Schlussdokument der Amazoniensynode ist ein Dokument des Neuanfangs", betont Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz. Unter dem Titel "AMAZONIEN - NEUE WEGE FÜR DIE KIRCHE UND FÜR EINE GANZHEITLICHE ÖKOLOGIE" liegt der Text nun auch in einer deutschen Übersetzung vor:

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„Wir müssen auf die Klimakrise unverzüglich reagieren. Denn später ist zu spät!“ Das steht für Repam-Präsident Kardinal Cláudio Hummes fest. Die Natur im Amazonasgebiet ist durch die Abholzung riesiger Gebiete für staatliche Staudamm- und Infrastrukturprojekte, den enormen Hunger westlicher Industrienationen nach Rohstoffen wie Gold, Kupfer oder Öl sowie nach industriell angebauten Agrarprodukten bedroht.

Die Yanomami wehren sich an der Grenze zu Venezuela dagegen, dass Goldgräber ihr Trinkwasser vergiften. Die indigene Schutzgebiete, wie das der Tenharim, sind der einflussreichen Agrarlobby ein Dorn im Auge. Adveniat setzt sich mit seinen Partnern vor Ort für den Schutz der "bedrohten Völker und der bedrohten Schöpfung" ein.

Für gute Lebensbedingungen für die indigenen Völker im Amazonas.

Mit zahlreichen Besuchen in Parlamenten und Ministerien sowie öffentlichen Veranstaltungen hat sich das Lateinamerika-Hilfswerk jahrelang für die Ratifizierung der ILO 169 eingesetzt und damit der Forderung des kirchlichen Amazonas-Netzwerk Repam entsprochen, sich auch in Europa für rechtlich bindende Regelungen zugunsten der indigenen Völker einzusetzen.

„Adveniat hat mit dem Repam-Vizepräsidenten Kardinal Pedro Barreto aus Peru 2018 im Arbeitsministerium und 2019 im Europaparlament für die ILO 169 getrommelt. 2018 haben wir mit dem Repam-Präsidenten Kardinal Cláudio Hummes einen umfassenden Bericht über die Menschenrechtsverletzungen im Amazonasgebiet in Berlin vorgestellt. Die Lateinamerika-Beauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Christiane Bögemann-Hagedorn, hat den Bericht von Vertretern indigener Völker aus Brasilien entgegengenommen. Und 2017 waren wir in dieser Angelegenheit im Bundesarbeitsministerium mit Xavier Plassat, der seit 30 Jahren in Brasilien für die Befreiung von Arbeitern aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnis kämpft“, zählt Thomas Wieland einige Stationen auf dem Weg zur Ratifizierung der ILO 169 im April 2021 im deutschen Bundestag auf. „Die Ratifizierung verstärkt den Druck, die Rechte Indigener stärker zu respektieren. Wir brauchen weitere Schritte, um das Überleben der bedrohten Völker am Amazonas und weltweit mit ihrem vielfältigen kulturellen Reichtum zu schützen“, ist Wieland überzeugt. Das Abkommen garantiert, dass die indigenen Völker angehört werden müssen, wenn auf ihrem Gebiet zum Beispiel Rohstoffe ausgebeutet werden. Damit diese Bestimmungen vor Ort nicht umgangen werden, ist es wichtig, dass international viel beachtete Länder wie Deutschland das Abkommen ratifizieren. 
 

Schauspielerin Friederike Becht, die in der im November anlaufenden Serie „Das Parfum“ eine der Hauptrollen spielt, setzt sich gemeinsam mit dem Amazonas-Netzwerk Repam und Adveniat dafür ein, dem Amazonas eine Stimme zu geben.

Mehr zu Friederike Becht

Freianzeigen: "Über Leben"

Mit der Kampagne „Zukunft Amazonas“ wird sich Adveniat auch über die Amazonas-Synode hinaus in Kirche, Politik und Gesellschaft für den Schutz der indigenen Völker und die Bewahrung der Umwelt einsetzen, damit die Vision einer Kirche mit amazonischem Gesicht, wie sie Papst Franziskus formuliert hat, Wirklichkeit wird.

 

Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus

Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus

Mit dem "Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus" haben sich engagiert Christen, unter ihnen 50 Bischöfe, während der Amazonas-Synode (6. bis zum 27. Oktober 2019) zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Lebensstil, dem Schutz der Schöpfung und der indigenen Völker sowie zu einem synodalen Miteinander in der Kirche verpflichtet. Adveniat ruft nun dazu auf, den Katakombenpakt auch in Deutschland zu unterschreiben.

Hier finden Sie Unterschriftenlisten
und den Katakombenpakt als PDF

Ein Dorf leistet Widerstand gegen die Erdölindustrie

Ein Dorf leistet Widerstand gegen die Erdölindustrie

David gegen Goliath: Ein Dorf im amazonischen Tiefland Ecuadors leistet seit Jahrzehnten Widerstand gegen die vorrückende Erdölindustrie. Unterstützung bekommen die Menschen von dem panamazonischen kirchlichen Netzwerk Repam, das die Umweltenzyklika Laudato si´ von Papst Franziskus konkret vor Ort umsetzt.
Zur Reportage
 

Menschenrechtsverletzungen an Bundesregierung

Indigene überreichen Menschenrechtsbericht

Einen umfassenden Bericht über die Menschenrechtsverletzungen im Amazonasgebiet hat das Amazonas-Netzwerk REPAM (Red Eclesial PanAmazónica) in Berlin der Lateinamerika-Beauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Christiane Bögemann-Hagedorn, überreicht.
Zum Bericht

So helfen Adveniat und Repam im Amazonasgebiet

So hilft Adveniat am Amazonas

Unser Partner im Einsatz für das Überleben der indigenen Völker und gegen die fortschreitende Umweltzerstörung ist das kirchliche Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazónica). Darin bündeln Kirchen aus acht Ländern Lateinamerikas ihre Arbeit. Adveniat hat im vergangenen Jahr mit mehr als 3,2 Millionen Euro Projekte im Amazonasgebiet gefördert.
Zu den Projekten

Bundestag beschließt Ratifizierung der ILO 169

Die ILO 169 bietet den Indigene die Chance, ihre Rechte zu verteidigen

Nachdem die Selbstverpflichtungen der Industrie und der Regierungen zum Schutz des Amazonasgebietes und seiner indigenen Völker gescheitert sind, besteht nun die Hoffnung, dass die ursprünglichen Völker ihre Rechte und das Überleben Amazoniens verteidigen können. Ein wichtiger Schritt: Der Beschluss des Deutschen Bundestags, die ILO-Konvention zum Schutz der Indigenen Völker zu ratifizieren.